Kürbis-Lasagne mit roten Linsen

Eine kleine Geschichte über die Reise eines Hokkaido-Kürbis, der unbedingt etwas Besonderes werden wollte und der schließlich in Italien ankommt, um dort Teil einer Kürbis-Lasagne zu werden. Leckeres Rezept inklusive.

Es war einmal ein kleiner orangefarbener Kürbis, der mit vielen anderen zusammen auf einem Feld wuchs, das zu einem kleinen Ökohof gehörte. Erst waren er und seine Nachbarkürbisse noch sehr klein, doch im Verlauf des Sommers wuchsen sie heran. Einige schneller, andere langsamer. So war es nicht verwunderlich, dass seine Nachbarn alle unterschiedliche Größen hatten. Nur der kleine Kürbis wollte einfach nicht groß werden. Dafür hatte er einen guten Grund.

Viele orangefarbene Hokkaido-Kürbisse

Als nämlich die Zeit für die Ernte kam, beobachtete er, wie die Bäuerin jeden einzelnen Kürbis genau auswählte. Dann sagte sie manchmal so Sachen wie: „Du bist groß genug für süß-sauer eingelegten Kürbis“ oder „Für eine Suppe bist du gerade groß genug.“ Und dann schnitt sie den Kürbis mit einem scharfen Messer ab und legte ihn in einen Korb.

Der kleine Kürbis dachte sich seinen Teil dabei. Suppe? Süß-sauer eingelegt? Er wusste nicht genau, was das bedeutete, doch er war sich ganz sicher, dass das nichts Besonderes war. Seine Bestimmung war es, Teil einer besonderen Mahlzeit zu werden. Auch da war er sich sicher.

Und deshalb beschloss er, nicht mehr zu wachsen. Selbst als die Septembersonne strahlend vom Himmel schien und alle seine Nachbarn noch mal an Größe zulegten, blieb er klein. Die Bäuerin ging immer an ihm vorbei, schüttelte den Kopf und fragte: „Ach, mein kleiner Kürbis, willst du denn gar nicht größer werden?“

Trotz seiner geringen Größe war auch seine Zeit irgendwann gekommen. Zusammen mit den letzten Hokkaido-Kürbissen, die ganz zum Schluss geerntet wurden, lag er in einem Holzregal vor dem Hoftor. Dort konnten vorbeikommende Menschen sich einen Kürbis aussuchen und für wenige Euro mitnehmen. Ihn wollte keiner.

Eine Auflaufform aus Glas mit frisch gebackener Kürbis-Lasagne

Die Reise beginnt

Eines Abends kam als Vorbote der Herbststürme ein heftiger Wind vorbei und spielte nach Herzenslust mit dem kleinen Kürbis. Dabei hatte er leichtes Spiel. Denn so ein Fliegengewicht war leicht aus dem Regal zu fegen.

Auf der Straße kullerte der kleine Kürbis hin und her, her und hin und bekam irgendwann so viel Rückenwind, dass er in der nächsten Ortschaft ankam. Erst war er ziemlich erschrocken, doch dann auch sehr neugierig.

So hörte er, wie sich die Menschen über Rezepte mit Kürbis unterhielten. Er spitzte die Ohren und vernahm, dass Kürbissuppe sehr beliebt ist, aber auch Ofenkürbis und Kürbisbrot. Das hatte er alles schon von der Bäuerin gehört und war nun nichts Neues mehr. Deshalb beschloss er, weiterzurollen.

So kam es schließlich, dass er, reichlich lädiert zwar, in Italien ankam. Das Wetter war angenehm mild und die Menschen sehr freundlich.

Auf einem Markt beobachtete er, wie sich die Menschen alles genau anschauten und nur wirklich frisches Obst und Gemüse kauften. ‚Oh weh‘, dachte der kleiner Kürbis, ’so wie ich nach dieser langen Reise aussehe, will mich bestimmt keiner mehr.‘

Im Vordergrund ein Teller mit einem Stück Kürbis-Lasagne, Dahinter steht eine Auflaufform aus Glas mit frisch gebackener Kürbis-Lasagne

Als der Markt zu Ende war, lag er traurig in einer Ecke. Was sollte er nur tun? Er wollte doch Teil eines besonderen Essens werden.

Als alle Marktstände abgebaut waren, kam ein alter Mann und fegte den Platz. Dabei entdeckte er den weitgereisten Kürbis. Er nahm ihn in die Hand, drehte ihn, schaute ihn von allen Seiten an und murmelte: „Mamma Mia, ob du wohl noch schmeckst?“ Und nach kurzem Zögern: „Francesca wird schon etwas Leckeres daraus machen.“ Mit diesen Worten steckte er den Kürbis in seine Umhängetasche und machte sich auf den Heimweg.

In Francescas Küche

Dort packte er alles aus, was er beim Fegen des Platzes aufgesammelt hatte. Beim Anblick des Kürbisses rief Francesca: „Mio caro Antonio, was hast du mir da mitgebracht! Was soll ich nur mit diesem zerschundenen Kürbis anfangen?“ Mit den Händen ringend schaute sie sich die anderen Fundsachen an. Auf dem Holztisch lagen reichlich Tomaten neben Knoblauch und einem Bund Rosmarin, der mehr trocken als frisch war.

Kurz hielt sie inne, guckte dann in die Vorratskammer, nahm Mehl und ein Glas mit getrockneten Linsen heraus und machte sich an die Arbeit. Teig wurde geknetet, dünn ausgerollt und zurechtgeschnitten. Tomaten wurden erst in heißes Wasser und dann in kaltes getaucht, anschließend gepellt, gekocht und püriert.

Der kleine Kürbis, der alles genau beobachtete, konnte sich keinen Reim auf das machen, was er sah. Als Antonio seinen Kopf durch die Tür steckte und fragte, was Francesca denn nun aus dem Kürbis machen würde, sagte sie kurz: „Kürbis-Lasagne, Basta!“

Das hörte sich genau nach dem Besonderen an, das der kleine Kürbis sich gewünscht hatte. Dafür hatte sich wirklich der lange Weg mit all seinen Mühen gelohnt. Selig lächelnd ließ er sich von der Frau abschrubben und für die Füllung vorbereiten.

Wie die Kürbis- Lasagne geschmeckt hat, liest du nach dem Rezept ↓

Rezept: Kürbis-Lasagne mit roten Linsen


  Ein Jahreszeitenrezept von Inga Landwehr
Menge 4 Portionen
Küche mediterran
Gericht Auflauf
Besonderes vegetarisch
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Backzeit 40 Minuten

Zutaten

für 4 Portionen

  • 450 g Hokkaido-Kürbis
  • 1 Knoblauchzehe
  • 25 g Walnüsse
  • 50 g rote Linsen
  • 400 g passierte Tomaten aus der Dose
  • 2 EL Tomatenmark
  • 140 g Lasagneplatten
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL Rosmarin
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Kurkuma
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Kräutersalz
  • 100 g geriebener Käse
  • 300 ml Wasser
  • Fett für die Auflaufform

• für die Béchamel

  • 30 g Butter
  • 30 g Mehl
  • 300 ml (Pflanzen-)Milch
  • 1/2 TL Muskat
  • schwarzer Pfeffer
  • Kräutersalz
In einer Auflaufform ist Kürbis-Lasagne, von der ein Portion fehlt. Hier sind die einzelenen Schichten der Lasagne gut erkennbar

Zubereitung

Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Teigruhe: 40 Minuten

• Kürbis-Tomaten-Sauce

  1. Kürbis waschen, halbieren, entkernen und in kleine Stücke schneiden.
  2. Knoblauch fein hacken.
  3. Öl in der Pfanne erhitzen, Knoblauch und Kürbisstücke zugeben und anbraten.
  4. Mit Wasser ablöschen, passierte Tomaten, Tomatenmark, Kräuter und Linsen zugeben und ca. 20 Minuten auf mittlerer Flamme köcheln lassen.
  5. Gewürze zugeben, abschmecken und Beiseitestellen.

• Béchamel zubereiten

  1. Butter in einem kleinen Topf schmelzen, Mehl einrühren und kurz anschwitzen.
  2. Milch nach und nach mit einem Schneebesen zugeben und glatt rühren.
  3. Fünf Minuten köcheln lassen und Gewürze zugeben.

• Kürbis-Lasagne schichten und backen

  1. Auflaufform einfetten und die Hälfte der Béchamel auf dem Boden verteilen.
  2. Jetzt abwechselnd Teigplatten und Kürbis-Tomaten-Sauce darüber schichten.
  3. Als letzte Schicht die restliche Béchamel verteilen, mit gehackten Walnusskerne bestreuen und mit geriebenem Käse bedecken.
  4. Bei 180 °C ca. 40 Minuten backen. Anschließend noch 5–10 Minuten im geschlossenen Ofen stehen lassen.

Nährwertangaben/Portion

KohlenhydrateEiweißBallaststoffeFettBE
49,7 g
davon Zucker: 11,7 g
20,5 g5,5 g28,7 g3,85

Das Glukose-Fruktose-Verhältnis beträgt 0,9 : 1.

Meine Praxis-Tipps

  1. Wenn du es gerne pikant magst, dann gib je nach Geschmack und Vorliebe Chilipulver oder eine frische Chilischote zur Kürbis-Tomaten-Sauce zu. Auch mehr Knoblauch geht natürlich.
  2. Übrig gebliebene Kürbis-Lasagne friere ich portionsweise ein. Bei Bedarf streue ich geriebenen Käse auf eine Portion und backe diese im vorgeheizten Backofen auf.
  3. Je nach dem, wie viel Schichten deine Kürbis-Lasagne hat, könnte von der Kürbis-Tomaten-Sauce etwas übrig bleiben. Diese kannst du ebenfalls einfrieren und später für eine Pastasauce verwenden.

Fortsetzung der Geschichte

Verführerisch, wie alles, was Francesca zubereitete, duftete es aus dem Ofen.
„Mio caro, komm essen!“, rief sie durch die Tür, bevor sie den Tisch in der Küche deckte.
Schlurfend betrat Antonio die Küche und setzte sich.

Francesco holte die frisch gebackene Lasagne aus dem Ofen, stellte sie auf einen Untersetzer, legte davon etwas auf zwei Teller.
Mit einem knappen „buon appetito“ nahm sie die Gabel in die Hand und begann zu essen.

Antonio sog erst einmal den intensiven Duft der Kürbis-Lasagne ein und murmelte schließlich ein kurzes Dankesgebet. Beim Essen dachte er, dass seine Frau doch immer sehr mürrisch sei. Sie sprachen kaum noch miteinander. Wenn sie nicht so gut kochen könnte, würde er … vielleicht …

Guten Appetit wünscht
Inga,
die Jahreszeitenköchin

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Hinter den Kulissen

Die Kürbis-Lasagne punktet mit reichlich Vitamin A, Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin K sowie den B-Vitaminen Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Nicotinsäure (B3), Pantothensäure (B5), Pyridoxin (B6), Folsäure (B9), Cobalamin (B12). Vitamin B12 ist nur aufgrund der verwendeten Milchprodukte reichlich enthalten. In einer veganen Variante reduziert sich das spürbar.

Das große Plus bei dieser Lasagne sind die roten Linsen und die Walnüsse. Beide sind hervorragende pflanzliche Proteinquellen. Die Walnüsse sorgen zudem für etwas Crunch bei der Kruste.

Wegen der B-Vitamine und des ebenfalls reichlich enthaltenen Magnesiums ist die Lasagne mit Kürbis ein echtes Soulfood an einem verregneten Tag. Oder nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag, wenn man müde und erschöpft zu Haus ankommt.

An solchen Tagen macht sich dann beim Essen ein wohliges, warmes Gefühl breit, das dann eigentlich nur noch eines braucht, um perfekt zu sein: ein warmes, kuscheliges Bett und ein gutes Buch.

Eine Auflaufform aus Glas mit frisch gebackener Kürbis-Lasagne

Quellen

  • eigene Geschichte
  • eigenes Rezept
  • eigenes Wissen
  • eigene Erfahrungen
Inga Landwehr

Inga Landwehr

kocht und backt seit 40 Jahren vegetarisch und vegan. Ihre besten Kochrezepte mit frischen Bio- und meistens regionalen Zutaten schreibt sie hier auf. Dabei achtet die zertifizierte Ernährungsberaterin auf gesunde Nahrung. Der Schwerpunkt liegt bei Nahrungsmittelintoleranzen und der Krebsprävention. Außerdem hat sie ein Faible für schöne Kochbücher und kulinarische Belletristik. Unterstütze mich!