Manchmal entstehen die besten Rezepte ganz überraschend im Traum, so wie dieser cremige, milde, leicht süße und angenehm pikante Erbsenhummus.
Karins Fahrradunfall war bereits ein paar Wochen her. Dank Physiotherapie und der fürsorglichen Unterstützung durch ihre Freunde konnte sie ihre verletzte Hand wieder benutzen. Einigermaßen zumindest. Bei manchen Bewegungen tat ihr die Hand aber noch immer höllisch weh. Mit dem Fahrrad zu fahren, traute sie sich noch nicht. Zu sehr steckte ihr die Angst vor einem neuen Unfall noch in den Knochen. Auch zu Fuß fühlte sie sich auf der Straße etwas unsicher. Ihre Ärztin nannte das ein Trauma. Mit der Zeit würde es besser werden. Darauf vertraute auch Karin.

Karins Freunde Susanne, Holger und Frank hatten zwar zu dritt noch ein paar kleine Fahrradtouren unternommen, doch ohne Karin war es einfach nicht dasselbe. Deshalb verlegten sie ihre regelmäßigen Treffen in einen nahegelegenen Park. Mit Decke und Korb bepackt, machten sie es sich dort gemütlich und schmiedeten Pläne für kommende Ausflüge. Susanne, die gerne kochte und neue Rezepte ausprobierte, überraschte ihre Freunde immer wieder mit neuen Leckereien, die fast schneller aufgegessen als ausgepackt waren.
Als das Wetter unbeständiger wurde, verlegten sie ihre Treffen auf den heimischen Balkon oder die Terrasse, je nachdem, was gerade zur Verfügung stand. Und als es draußen schließlich zu ungemütlich wurde, trafen sie sich am frühen Abend drinnen. Nach dem Essen kam dann ein Gesellschaftsspiel auf den Tisch. Die gemeinsame Freude daran hatten sie neu für sich entdeckt. Nachdem sie über „Mensch ärgere dich nicht“ und „Malefiz“ hinaus waren, suchte reihum immer jemand ein neues Spiel aus. So auch heute.
Erbsenhummus für den Spieleabend
Heute hat Holger ein Spiel ausgesucht. In der Bibliothek hat er „Just One“ entdeckt und für diesen Abend ausgeliehen.
„Hast du schon wieder ein Kartenspiel für uns ausgesucht?“, will Karin wissen.
„Ja, aber ein besonderes. Wartest nur ab, wir haben sicher viel Spaß damit“, antwortet Holger voller Überzeugung.
„Wenn du schon von Spaß sprichst, dann ist es bestimmt kompliziert“, mutmaßt Frank mit einem Augenzwinkern.
„Keine Sorge, diesmal sind die Regeln wirklich einfach“, versichert Holger.

Susanne, die etwas zu essen mitgebracht hat, stellt ihren Korb auf den Tisch in Karins geräumiger Küche. Doch bevor sie alles auspackt, wird erst einmal geraten, was es denn diesmal geben würde.
„Blätterteigtaschen mit Ackerbohnenfüllung“, lautet der erste Tipp von Karin.
„Stimmt genau. Das war aber auch leicht, weil es die ja fast immer gibt.“ Mit diesen Worten holt Susanne eine große Papiertüte aus dem Korb.
„Brot. Bestimmt hast du auch ein Brot mitgebracht. Ich tippe auf Baguette“, sagt Holger.
„Na logo, dass ich auch Brot dabei habe. Heute ist es ein Dinkel-Ciabatta“, sagt Susanne und legt ein herrlich duftendes Ciabatta neben die Tüte mit den Blätterteigtaschen.
„Zu Ciabatta gehört unbedingt auch Salat“, meint Frank. „Warte. Blattsalat ist es nicht. Vielleicht ein Tomatensalat?“ rätselt Frank weiter.
„Salat stimmt, Frank, aber ohne Tomaten. Ich habe einen Linsensalat gemacht“, mit diesen Worten holt Susanne eine große, mit Folie abgedeckte Schale aus dem Korb.
„Aber es gibt noch etwas“, kündigt die gleich darauf an.
„Etwas Süßes zum Nachtisch?“, fragt Frank, der sich immer über Nachtisch freut.
„Heute muss ich dich leider enttäuschen, lieber Frank“, antwortet Susanne und packt gleich darauf ein Glas mit eingelegten Oliven aus.
„Ach, Oliven sind auch gut“, kommentiert Frank etwas enttäuscht. „Trotzdem, das sieht alles richtig lecker aus und riecht so gut.
„Total! Das wird richtig lecker“, ergänzt Holger.

„Das ist aber noch nicht alles. Der Höhepunkt kommt noch.“ Damit schürt Susanne die Neugier ihrer Freunde noch weiter.
„Was denn noch?“, will Karin wissen.
„Ich habe noch Erbsenhummus dabei“, verkündet Susanne, gespannt auf die Reaktion ihrer Freunde.
„Erbsenhummus?“, fragen die drei anderen wie aus einem Mund.
„Klar. Kürzlich habe ich davon geträumt, dass ich statt Kichererbsen auch grüne Erbsen für einen Hummus nehmen könnte. Das habe ich gleich aufgeschrieben und ausprobiert. Nachdem ich den Geschmack perfektioniert hatte, darf ich euch heute das Ergebnis vorstellen. Ich bin gespannt, ob es euch schmeckt“, erklärt Susanne.
Wie der Erbsenhummus den Freunden geschmeckt hat, liest du nach dem Rezept ↓
Rezept: Erbsenhummus
Zutaten
für 2 Gläser à 100 g
- 50 g grüne Erbsen (entspricht 120 g gekochte Erbsen)
- 1 Prise Natron
- 1 TL Hefeflocken
- 40 g Cashewmus
- 1 TL Zitronensaft
- 1 TL Olivenöl
- 1 Kleine Knoblauchzehe
- 1 TL Ras-El-Hanout
- 1/2 TL Kurkuma
- 1 Prise Chili
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- Kräutersalz

Zubereitung
Vorbereitungszeit: 12 Stunden
Kochzeit: 20 Minuten
Zubereitungszeit: 10 Minuten
- Erbsen mit kochendem Wasser übergießen und über Nacht einweichen.
- Einweichwasser abgießen, Erbsen in einen Topf füllen und mit reichlich Wasser und einer Prise Natron 20 – 30 Minuten kochen. Erbsen durch ein Sieb abgießen
- Knoblauch abschälen und zusammen mit allen Zutaten pürieren.
- Zusammen mit Weißbrot servieren.
Nährwertangaben/Glas
| Kohlenhydrate | Eiweiß | Ballaststoffe | Fett | BE |
|---|---|---|---|---|
| 18,5 g davon Zucker: 4 g | 11,5 g | 4,5 g | 13 g | 0,7 |
Das Glukose-Fruktose-Verhältnis beträgt 2,3 : 1.
Meine Praxis-Tipps
- Wenn es schnell gehen muss, kannst du auch gefrorene Erbsen verwenden.
- Übrig gebliebenes Erbsenhummus kannst du einfrieren oder als Füllung für Blätterteigpasteten verwenden.
- Im Sommer empfehle ich, anstatt der getrockneten Erbsen 120 g frische Erbsen zu nehmen. Das Erbsenhummus bekommt dadurch eine sattgrüne Farbe – ein Hingucker beim Picknick!

Fortsetzung der Geschichte
Noch während des Essens bestätigen alle, dass der Erbsenhummus köstlich schmeckt. Mild und leicht süß, aber gleichzeitig angenehm pikant. Er passt perfekt zum Ciabatta. Auch zu Bratlingen oder Gegrilltem konnten sie ihn sich gut vorstellen. Da sind sich die Freunde einig.
Nachdem das Geschirr abgeräumt ist, erklärt Holger die Spielregeln von „Just One“. Als alle verständnisvoll nicken, werden die Spielutensilien auf dem Tisch ausgebreitet. Dabei kann Holger sich den Hinweis, dass das Spiel „Spiel des Jahres 2019“ war, nicht verkneifen.
„Hört euch diesen Klugscheißer an“, höhnt Frank mit einem Augenzwinkern.
„Wartet kurz, bevor wir anfangen zu spielen“, sagt Karin und kehrt gleich darauf mit einer Tafel Schokolade für Frank zurück.
Der strahlt Karin dankbar an, muss dafür aber einige Neckereien über sich ergehen lassen.
Und dann beginnen sie endlich zu spielen.
Es wurde ein lustiger Abend mit herzhaftem Lachen. Holger hatte recht: Die Spielregeln waren wirklich einfach. Die vier Freunde hatten viel Spaß beim Erraten der Wörter.
Guten Appetit wünscht
Inga,
die Jahreszeitenköchin
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Hinter den Kulissen
Ab und zu darf es auch mal richtig gesund sein. Deshalb mache ich meinen Brotaufstrich gerne mal selber. Dafür verwende ich dann Olivenöl anstatt des Sonnenblumenöls, das für alle handelsüblichen Brotaufstriche verwendet wird.
Sonnenblumenöl verfügt über ein sehr ungünstiges Omega-6 : Omega-3-Verhältnis (120 : 1). Empohlen wird aber ein Verhältnis von 2 : 1 bis 5 : 1.
Deshalb ist Sonnenblumenöl tendentiell entzündungsfördernd. Unerkannte Entzündungen, sogenannte „silent inflammtions“, sind oft am Entstehen chronischer Krankheiten beteiligt. Deshalb verzichte ich darauf, wann immer es möglich ist.
Auch wenn Sonnenblumenöl entzündungsfördernden Eigenschaften hat, ist das kein Grund gänzlich darauf zu verzichten. Es sollte in Maßen verzehrt werden. Immerhin verfügt Sonnenblumenöl über ungesättigte Fettsäuren, dazu gehört auch Linolsäure (Omega 6). Diese ist essenziell, da sie vom Körper nicht selber hergestellt werden kann. Linolsäure muss deshalb über die Nahrung aufgenommen werden.
Für meine Brotaufstriche verwende ich ausschließlich kaltgepresstes Olivenöl mit einem möglichst hohen Polyphenol-Gehalt. Das schmeckt oft sehr herb, manchmal sogar leicht scharf. Dadurch bekommt auch der Brotaufstrich eine eigene Geschmacksnote.
Kaltgepresstes Olivenöl für Erbsenhummus
Bei meinem Erbsenhummus schlägt der herbe Geschmack des Olivenöls nicht sehr durch, weil das milde Cashewmus dieses gut ausgleicht. Ras-El-Hanout und eine Prise Chili tun ein Übriges.
Tatsächlich habe ich das Rezept mehrfach abgewandelt, bis der Geschmack rund war. Meine Versuche wurden mehrfach probiert – auch beim Picknick während einer Radtour. Dieses Rezept, das ich hier veröffentliche wurde schließlich von allen Beteiligten für gut befunden. Ach, was sage ich? „Für gut befunden“ trifft nicht im Ansatz das Lob, das ich dafür bekommen habe.
Ich würde das Erbsenhummus-Rezept sonst ganz sicher nicht auf der Jahreszeitenküche veröffentlichen.
Übrigens, ich esse den Erbsenhummus nicht nur auf Brot, sondern auch zu Bratkartoffeln und Bratlingen.
Quellen
- eigenes Rezept
- eigene Geschichte
- eigenes Wissen
- eigene Erfahrungen










