Vegane Kürbis-Galette

Eine aromatische Kürbis-Galette mit knusprigem Teig ist Wohlfühlküche pur. Dieses Ofengericht passt perfekt zum Veganuary, egal ob alleine oder mit Freunden genossen.

Charlotte ist ganz aufgeregt. Heute findet das große Fest statt, das sie mit Ihrem Rezept für eine Kürbis-Galette gewonnen hat. Sie ganz allein! Nie hätte sie sich vorstellen können, dass eine Jury aus Küchenprofis ihr veganes Rezept für den Veganuary küren würde. Und doch ist es so. Sie hatte es schwarz auf weiß. Die Siegerurkunde hängt jetzt an der Wand ihrer kleinen Küche. Jeden Tag blickt sie mit Stolz darauf.

Der Preis, den sie gewonnen hat, ist ein Fest für 20 Personen im Bürgerhaus. Eine Köchin bereitet dafür viele Leckereien zu. Natürlich auch die vegane Kürbis-Galette, mit der Charlotte diesen Preis gewonnen hat. Was wohl ihre Freunde dazu werden, die sie für den heutigen Abend eingeladen hat. Sie ist wirklich ganz aufgeregt.

frisch gebackene Kürbis-Galette mit Kürbiskernen und Kräutern der Provence auf einem Holzteller

Charlotte denkt noch einmal zurück. Ohne Martina hätte sie nie an diesem Wettbewerb teilgenommen. Anfang Dezember saß sie gerade in ihrer kleinen Küche und überlegte, wie sie es schaffen sollte, für ihre Kinder und Enkelkinder ein schönes Weihnachtsfest auszurichten. Egal, wie sie es wendete und drehte, das Geld wollte einfach nicht reichen. Durch die Türklingel wurde sie aus ihren Überlegungen gerissen. Ihrer Nachbarin berichtete sie damals von ihrer Geldnot. Martina hatte zwar auch kein Geld übrig, aber eine andere Idee.

Kurz zuvor nämlich hatte sie in der Nachbarschaftsapp von einem Wettbewerb gelesen, zu dem eine regionale Kulturinitiative aufgerufen hatte. Es sollten Rezepte eingereicht werden, die zur Saison passen und vegan sind. Damit will die Initiative auf den Veganuary aufmerksam machen. Der Einsendeschluss war noch vor Weihnachten und das Fest sollte im Januar stattfinden.

Erst wusste Charlotte nicht, was sie dieser Wettbewerb anging. Nachdem Martina aber Charlottes Kochkünste über alles gelobt hatte, konnte sich Charlotte doch für diese Idee erwärmen. Bei einem Spaziergang überlegten die beiden Nachbarinnen gemeinsam, welches Gemüse zur Saison passt und was daraus gemacht werden könnte. Wichtig aber war auch, dass die Zutaten günstig waren. Denn Geld hatte Charlotte jetzt wirklich nicht übrig.

frisch gebackene Kürbis-Galette mit Kürbiskernen und Kräutern der Provence auf einem Holzteller

Schnell fiel die Wahl auf den leuchtend-orangen Hokkaidokürbis. Dieser hatte gerade Saison und wurde überall günstig angeboten. Zuerst dachte Charlotte an eine Kürbissuppe. Die ist schnell gekocht, schmeckt immer lecker und passt hervorragend zum kalten Wetter, meinte sie. Doch Suppenrezepte mit Kürbis, so wendete Martina ein, reichen ganz sicher auch viele andere Teilnehmer für diesen Wettbewerb ein. Nein, es musste etwas Besonderes sein, etwas, das nicht jeden Tag auf den Tisch kommt.

Noch am selben Abend blätterte sie ihre Kochbücher durch. So richtig überzeugend fand sie keines der Kürbisrezepte, die sie dort fand. Deshalb beschloss sie, erst einmal eine Nacht drüber zu schlafen. Das machte sie immer so, wenn ihr nichts einfiel. In der Nacht träumte sie von ihrer Mamette, die mit aufgerollten Ärmeln in Küche zugange war. In der Küche ihrer Großmutter duftete es immer nach frisch gebackenem Brot und den getrockneten Kräutersträußen, die für die Provence so typisch waren.

An manchen Tagen rief ihre Mamette sie in die Küche und zeigte ihr, wie Apfel-Galette gebacken wird. Während beide den Teig kneteten und die Äpfel schälten, erzählte die Großmutter davon, wie sie als junge Frau hier das Kochen gelernt hatte.

Mit der Erinnerung an diesem Traum lag es auf der Hand, eine Kürbis-Galette zu backen. An das Rezept erinnerte sich Charlotte nur zu gut. Sie war sich sicher, dass es nicht allzu schwierig sein würde, das Galette-Rezept abzuwandeln und anzupassen.

Sofort machte sie sich ans Werk. Was hatte ihre Mamette immer gesagt? Charlotte erinnerte sich noch gut daran: Für einen gelungenen Teig muss das Verhältnis von Mehl zu Butter 2:1 betragen. Statt der Landbutter, wie es für ihre Großmutter immer gemacht hatte, verwendet sie jetzt vegane Butter, weil es ja eine vegane Kürbis-Galette werden soll. Während der fertige Teig ruht, weicht sie die Kräuter der Provence in Olivenöl ein und schneidet sie den Kürbis in Spalten. Damit belegt sie den ausgerollten Mürbeteig, klappt die Kanten um und bestreicht alles mit den eingelegten Kräutern. Als die Galette aus dem Ofen kommt, duftet es herrlich. Am liebsten hätte Charlotte gleich ein Stück davon gegessen. Doch das musste warten, bis ihre Nachbarin kam. Denn probieren wollten sie gemeinsam die aromatische Galette.

frisch gebackene Kürbis-Galette mit Kürbiskernen und Kräutern der Provence auf einem Holzteller

Nachdem Martina die fertige Kürbis-Galette gekostet und für her-vor-ra-gend befunden hatte, war es beschlossene Sache: Dieses vegane Rezept passt perfekt zum Veganuary. Martina machte dann noch ein Handyfoto und schickte es an die Kulturinitiative. Jetzt hieß es warten.

Die Adventszeit und das Weihnachtsfest gingen vorüber. Charlotte dachte kaum noch an den Wettbewerb. Doch gleich zu Beginn des Neuen Jahres steckte ein großer Umschlag in ihrem Briefkasten. Sie hatte den ersten Preis gewonnen. Sie konnte gar nicht glauben, was sie da las. Also fragte sie Martina zur Bestätigung. Beide jubelten und gönnten sich ein Glas Sekt. Dieses freudige Ereignis durfte jetzt schon einmal gefeiert werden.

Und nun stehen Charlotte und Martina Seite an Seite in dem festlich geschmückten Raum im Bürgerhaus warten auf die Gäste.

Ob die Gäste die Kürbis-Galette wohl genauso lecker finden wie die Jury, erfährst du nach dem Rezept ↓

Rezept: Kürbis-Galette


  Ein Jahreszeitenrezept von Inga Landwehr
Menge 4 Portionen
Küche französisch
Gericht Galette
Besonderes vegan
Vorbereitungszeit 25 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Teigruhe 30 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 25 Minuten

Zutaten

für 4 Portionen

Teig

  • 160 g Dinkelmehl
  • 80 g kalte Butter (vegan)
  • 20 ml kaltes Wasser
  • 1/2 TL Salz

Belag

  • 300 g Hokkaidokürbis
  • 10 g Kürbiskerne
  • 1 TL Kräuter der Provence
  • 2 EL Olivenöl

Zubereitung

Zubereitungszeit: 25 Minuten
Teigruhe: 30 Minuten
Backzeit: 30 Minuten

  1. Aus Dinkelmehl, Butter, Salz und Wasser einen Knetteig herstellen. Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in ein Wachstuch einschlagen und 30 Minuten kaltstellen.
  2. Olivenöl mit den Kräutern mischen und beiseitestellen.
  3. Hokkaidokürbis waschen, halbieren, das Kerngehäuse entfernen. Jede Hälfte in vier Teile schneiden und anschließend in Spalten schneiden.
  4. Auf einer schwach bemehlten Fläche den Teig 1- 2 mm dick und rund ausrollen, bis er einen Durchmesser von ca. 25 cm hat.
  5. Den ausgerollten Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  6. Die Kürbisspalten sternförmig auf den Teig legen, sodass eine 3 – 4 cm breiter Teigrand frei bleibt.
  7. Den Kürbis mit den eingelegten Kräutern gleichmäßig bestreichen und Kürbiskerne darüber streuen.
  8. Die Teigränder zur Mitte hin einklappen und etwas andrücken. Teigränder mit den restlichen Kräutern bestreichen.
  9. Im vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten bei 190 °C backen.

Nährwertangaben/Portion

KohlenhydrateEiweißBallaststoffeFettBE
30,2 g
davon Zucker: 2,5 g
6,7 g2,2 g22,7 g2,5

Das Glukose-Fruktose-Verhältnis beträgt 0,9 : 1.

Meine Praxis-Tipps

  1. Die Galette schneckt am besten in Gesellschaft, wenn sie warm aus dem ofen kommt. Bleibt etwas, dann kannst du die Reste einfrieren und im vorgeheizten Backofen noch einmal aufwärmen.
  2. Die Kürbis-Galette eignet sich auch sehr gut als Meal Prep.
  3. Für die vegetarische Variante kannst du zusätzlich Fetakäse über den Kürbis streuen
Eine Hand hält Ein Stück Kürbis-Galette. Im Hintergrund ist ein holzteller mit der Kürbis-Galette zu sehen.

Fortsetzung der Geschichte

Charlottes Bedenken sind vollkommen unbegründet. Mit großem „Oh“ und Ah“ langen ihre Gäste kräftig zu. So wunderbar sehen alle Speisen aus, die die Bio-Köchin zubereitet hatte. Der Star des Abends aber ist und bleibt Charlotte mit ihrer Kürbis-Galette. Immer wieder wird auf ihr Wohl angestoßen. Charlotte strahlt vor Freude und Martina, die neben ihr sitzt, drückt ihr immer die Hand.

Später am Abend gesellt sich zu der Tischrunde noch Tessa, die Köchin, die alles mit viel Liebe zubereitet hat. Auch sie bekommt ein großes Lob für das vegane Mahl, bei dem niemand Käse oder Milchprodukte vermisst hat, von Fleisch und Fisch ganz zu schweigen. Viele Gäste machen an diesem Abend Fotos. Auch Selfies mit einem Stück Kürbis-Galette in der Hand werden gemacht.

Ein paar Tage später. Martina klingelt wieder einmal bei ihrer Nachbarin. Sie will ihr die Fotos zeigen, die nach dem ausgelassenen Fest gemacht wurden. Es gibt unglaublich viele Posts von Charlottes Kürbis-Galette auf Social Media zu sehen. Und beinahe unter jeden Posts wird die Frage nach dem Rezept gestellt. In der Nachbarschaftsapp aber, mit der alles begonnen hatte, ist die Idee entstanden, eine Kochgruppe im Bürgerhaus zu gründen. Charlotte sollte unbedingt dabei sein und ihre leckeren Rezepte teilen.

Hat dir dieses Galette-Rezept genauso gut gefallen wie Charlottes Freunden? Dann freue ich mich über ein geteiltes Foto auf Instagram oder auch eine kleine Anerkennung per PayPal. So hilfst du mir, weiterhin leckere saisonale Rezepte zu kreieren und dazu kleine Geschichten zu schreiben. Danke von Herzen! ❤

Guten Appetit wünscht
Inga,
die Jahreszeitenköchin

Rapport aus vielen Kochtöpfen

➤ Rezepte für den Veganuary

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Quellen

  • eigenes Rezept
  • eigene Geschichte
  • eigenes Wissen
  • eigene Erfahrungen
Inga Landwehr
Inga Landwehr

kocht und backt seit 40 Jahren vegetarisch und vegan. Ihre besten Kochrezepte mit frischen Bio- und meistens regionalen Zutaten schreibt sie hier auf. Dabei achtet die zertifizierte Ernährungsberaterin auf gesunde Nahrung. Der Schwerpunkt liegt bei Nahrungsmittelintoleranzen und der Krebsprävention. Außerdem hat sie ein Faible für schöne Kochbücher und kulinarische Belletristik. Unterstütze mich!