Home für 1 Tasse Tee nach oben

Eine englische Teatime ohne Scones ist nicht vorstellbar! Zusammen mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream wird ein Five O’Clock Tea erst perfekt.

Wenn Lady Hamilton zum Tee bittet, dann werden allerlei Köstlichkeiten serviert: Gurkensandwiches, Battenberg-Kuchen und Kokosmakronen. Doch was wäre ein Five O’Clock Tea ohne frisch gebackene Scones? Jedem Gast im Hause Hamilton würde dieses duftende Hefegebäck fehlen. Denn mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream sind diese kleinen Backwaren die Krönung einer jeden Teetafel.

Innen weich, außen knusprig und zweieinhalb bis drei Zentimeter hoch mit einem Durchmesser von fünf Zentimeter sollen Scones sein. Nur dann haben sie einen Platz an der hochherrschaftlichen Tafel verdient.

Auf einem Teller mit Rosenmuster liegt ein frischgebackenes Scones und ein Messer mit Holzgriff

Scones für die Tee-Party

Anlässlich ihres Geburtstages plante Lady Hamilton eine große Tee-Garten-Party. Dafür war es unbedingt notwendig, dass ihre hochgeschätzte Köchin eigens dafür eine Hilfe zur Seite gestellt bekam. Es fügte sich gut, dass eine junge Frau aus dem Dorf, die als überaus tüchtig bekannt ist, gerade keine anderweitigen Verpflichtungen hatte. So wurde sie also eingestellt.

Die Köchin Mrs Roberts übertrug Margery alle einfachen Aufgaben, wie Gurken putzen, Brot rösten oder Teig anrühren. Schließlich mussten noch die Scones gebacken werden. Und weil Margery bisher alles zu Mrs Roberts Zufriedenheit erledigt hat und überzeugend versicherte, dass sie Scones backen könnte, überließ die alte Köchin ihr diese Arbeit.

Gewissenhaft maß Margery die Mengen ab, tat alles in die große irdene Backschüssel und gab schließlich die Butterwürfel dazu. Unter den kritischen Augen von Mrs Roberts zerrieb sie Mehl mit der Butter und verrührte alles mit Milch. Mrs Roberts war zufrieden mit dem, was sie sah und überließ es Margery, die Scones auszustechen. Sie hatte schließlich noch andere Dinge zu tun!

Ein geblümter Teller mit Scones, die mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream bestrichen sind

Margery tat, wie ihr geheißen. Sie legte den fertigen Teig auf den großen Holztisch und rollte ihn aus. Weil sie die Ausstechform für die Scones in der großen Küche nicht fand, nahm sie ein Glas. Das machten die Zuhause auch immer so. Hätte Margery doch bloß Mrs Roberts gefragt. Denn jetzt nahm das Unheil sein Lauf. Denn den Teig hatte Margery zu dünn ausgerollt und der Durchmesser war viel zu groß!

Das aber sah Mrs Roberts erst, als die Scones duftend aus dem Ofen kamen. Oh je, wie sollte sie das nur Lady Hamilton erklären? Hätte sie doch bloß die Scones selber gemacht. Wirklich, Margery, dieses dumme Ding, war zu nichts zu gebrauchen! Aber es nützte nichts, die missratenen Scones mussten serviert werden. Um Neue zu backen, war keine Zeit zu knapp.

Rezept: Scones


  Ein Jahreszeitenrezept von Inga Landwehr
Menge 10 Stück
Küche englisch
Gericht Kleingebäck
Besonderes Grundrezept
Zubereitungszeit 15 Min.
Backzeit 15 Min.
Arbeitszeit 30 Min.

Zutaten

für 10 Scones

  • 60 g kalte Butter
  • 250 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 175 ml Milch
  • 1 Ei
  • 1 EL Milch

Zubereitung

Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Backzeit: 10 – 15 Minuten

  1. Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Die kalte Butter in ca. 1 cm große Würfel schneiden.
  3. Das Mehl, das Salz, das Backpulver und die Butter in eine Schüssel geben und grob vermischen, dann mit den Händen und den Fingerspitzen verreiben und zerkrümeln. Nun allmählich die Milch hinzufügen und mit einer Gabel verrühren, um alles gut miteinander zu vermengen. Nicht kneten! Schließlich behutsam zusammendrücken und den Teig auf einen mit Mehl bestreute Arbeitsfläche geben.
  4. Den Teig mit einem Nudelholz ca. 3 cm dick ausrollen. Mit einem Keksausstecher oder einem Glas kreisrunde Teigscheiben daraus ausstechen und auf das Backblech legen.
  5. In einer kleinen Schüssel das Ei aufschlagen und mit der Milch verrühren. Die Scones großzügig damit bepinseln und für ca. 12 – 15 Minuten im vorgeheizten Ofen backen.
  6. Nach Belieben mit Schlagsahne und Marmelade servieren.
Ein Porzellankörbchen ist mit Clotted Cream gefüllt, Daneben steht eine Tasse Tee

Meine Tipps

  • Die Scones sollten schnell aufgegessen werden, weil sie schnell trocken werden. Wenn du sie aufbewahren musst, dann kannst du sie am nächsten Tag toasten.
  • Im Rezept wird empfohlen, dass die Scones mit Marmelade und Schlagsahne serviert werden sollten. Anstatt Schlagsahne nehme ich Mascarpone. Diesen Tipp habe ich bei Wikipedia gefunden.

Unter weißen Zeltplanen bogen sich im Garten die Tische unter all den Köstlichkeiten, die Mrs Roberts mit Margerys Hilfe für die Teegesellschaft zubereitet hatte. In der Hoffnung, dass keiner der Gäste die Peinlichkeit mit den missratenen Scones bemerken würden, wurden diese in der äußersten Ecke der Tafel mit Marmelade und Clotted Cream dargeboten. Am Abend war nichts mehr davon übrig. Am nächsten Morgen aber erzählte Lady Hamilton ihrer Köchin, dass ihre Gäste wohl vom exzellenten Geschmack der Scones ganz angetan gewesen seien, sich aber doch etwas gewundert hätten, dass dieses etwas flach waren.

Gutes Gelingen wünscht

Inga,
die Jahreszeitenköchin

Dir gefällt dieses Rezept, …

Dann spendiere mir eine Tasse Tee. Klick dafür auf diesen PayPal-Button ➙ Herzlichen Dank! ❤ ❤ ❤

PayPal öffnet sich in einem neuen Fenster.

Hinter den Kulissen

Als ich Anfang November den Kalender Teatime bei Bridgertons 2023 bekam, um darüber eine Rezension zu schreiben, war sofort klar, dass ich für die Fotos auch ein paar Rezepte davon backen würde. Und weil Scones schon lange auf meiner Liste standen, habe ich mich neben Kokosmakronen auch dafür entschieden.

Schwierig kann das ja nicht sein, dachte ich. Schwierig war es auch wirklich, wenn auch etwas ungewohnt, weil ich für dieses Backrezept meinen Mixer im Schrank lassen durfte. Die Herausforderung begann beim Ausstechen.

Auf einem zartgeblümten Teller liegen Scones. Zwei Hälften sind mit Marmelade und Clotted Cream bestrichen.

In meiner Jahreszeitenküche befand sich einfach nichts Rundes mit einem kleinen Durchmesser. Keine Ausstechform. Kein Glas. Nichts. Und da im Rezept keine bestimmte Größe angegeben wurde, habe ich schließlich für ein Weinglas entschieden, das sieben Zentimeter misst.

Aber wie, bitte schön, sollte ich damit aus einem drei Zentimeter dicken Teig zehn Scones ausstechen. Der Teig reicht nie und nimmer für diese Menge. Also habe ich den kurzerhand dünner ausgerollt. So bekam ich meine zehn Scones.

Original englisch sind die jetzt nicht, sondern eher flache Brötchen, aber unvergleichlich lecker. Vor allem dann, nachdem ich die Marmelade Mascarpone gestrichen habe – Yummi!

Trotzdem hat es mir keine Ruhe gelassen, wie Scones nun wirklich gebacken werden. Und weil das wunderschöne Koch- und Backbuch Teatime bei Bridgertons darüber keinen Aufschluss gibt, habe ich mich direkt an den Heel-Verlag gewandt.

Das Lektorat hat schnell geantwortet (Vielen Dank!) und schreibt dazu:

Klassischerweise werden Scones meist mit einer Maßangabe von 2 bis 3 Zentimeter angeben. Die britische Backgöttin Merry Berry nimmt 2,5 Zentimeter und in manchen britischen Rezepten wie bei der BBC liest man sogar von 4 Zentimetern. Das Ergebnis hängt von den individuellen Zutaten ab, die benutzt werden, und vor allem von den Backeigenschaften des Ofens. Jeder Ofen backt etwas anders und verändert im Laufe von Jahren seine typischen Eigenschaften. Da heißt es sich langsam heranzutasten und einen neuen Versuch zu starten.
Mein Tipp: Wenn sie zu platt sind, können Sie die Scones beim nächsten Versuch einfach etwas dicker ausstechen und schauen, wie das Ergebnis wird. Seid auch gerne etwas großzügiger mit Ihrem Backpulver, wenn es nicht funktioniert.

Zugegeben, wirklich weitergeholfen hat mir die Antwort nicht. Aber den Tipp, mich heranzutasten (ist ja auch noch keine Jahreszeitenbäckerin vom Himmel gefallen) habe ich gerne angenommen und eine neue Runde gebacken. Zum Ausstechen habe ich diesmal eine Plätzchenform in Blütenform genommen. Ich finde, das kann sich jetzt aber wirklich schon sehen lassen, oder?

Ein Teller mit frisch gebackenen Scones

Das Geschirr

Echt englische Scones sollten auch stilvoll kredenzt werden. Deshalb habe ich aus meinen Geschirrschrank das schönste Geschirr dafür ausgesucht.

Der Teller mit Rosenmuster heißt „Rose Bud“ und stammt von Maxwell Williams. Das Gedeck habe ich bei Tauschticket* erstanden. Dort habe ich auch das Messer mit Holzgriff, das eigentlich ein Obstmesser ist und das dunkelblaue Keramikkörbchen mit Goldgriff gefunden.

Die Tasse mit dem zarten Rosenmuster stammt von Royal Albert und heißt „Moss Rose“. Die habe ich meiner Mutter mit viel gutem Zureden abgeschwatzt. Die Trennung fiel ihr schwer, weil sie jetzt nur noch sieben Gedecke mehr davon hat – neben drei weiteren Services für sechs bis zwölf Personen.

Die dunkelrote Damast-Serviette war mal hellblau, bevor ich sie in der Waschmaschine gefärbt habe.

Die Schale mit dem silbernen Fuß habe ich günstig in einem Trödelladen gefunden.

Buchcover des inoffiziellen Koch- und Backbuchs Teatime bei Bridgertons von Tom Grimm
Teatime bei Bridgertons
Bild vom Heel-Verlag

Quellen

  • © Teatime bei den Bridgertons – Das inoffizielle Koch- & Backbuch zur Erfolgsserie, von Grimm, Seite 69, Heel Verlag*
  • Clotted Cream

Portrait von Inga landwehr

Inga Landwehr kocht und backt seit 40 Jahren vegetarisch und vegan. Die Zutaten sind immer frisch, meistens bio und oft regional. Ihre besten Kochrezepte schreibt sie hier auf. Dabei achtet die zertifizierte Ernährungsberaterin auf gesunde Nahrung. Außerdem hat sie ein Faible für schöne Kochbücher und kulinarische Belletristik. Ach ja, Inga trinkt Tee.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte bewerte dieses Rezept