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Sommergenuss in Rot – Das Fest

Eine blütenweiße Damastdecke legt sich federleicht auf den Tisch. Sanft streiche ich das Tuch mit einer Hand glatt, um gleich darauf das eigens für diesen Anlass ertauschte und mit roten Rosen bedruckte Dekoband zu drapieren. Denn heute ist ein besonderer Tag. Ich feiere den Abschluss der Blogparade „Sommergenuss in Rot“ mit meinen lieben Blogger-Kolleginnen Judith und Martha.

Im Geschirrschrank wartet bereits feinstes englisches Porzellan, um diese festlicheTafel zu krönen. Sorgfältig wähle ich Teller und Tassen aus und lege blank polierte, silberne Messer und Gabeln neben jeden Teller.

Sodann stelle ich neben die Gedecke Kristallgläser, in denen sich die Strahlen der Sonne spiegeln. Denn zur Feier des Tages habe ich einen aromatischen Merlot mit dem charakteristischen Aroma des Friauls ausgewählt.

Ich schaue über den Tisch: Teller, Besteck und Gläser sind gedeckt. Was jetzt noch fehlt sind Servietten. Für diesen besonderen Anlass wähle ich welche aus allerfeinstem Leinen aus. Schließlich zupfe ich an dem Dekoband hier und dort noch ein wenig, rücke eine Gabel zurecht und lege ein Messer richtig auf das gläserne Messerbänkchen. Alles macht einen guten Eindruck.

In der Küche dekantiere ich den Wein, fülle Marmelade in einen Glaskelch und schneide frisches Brot in Scheiben. Schließlich arrangiere ich frisch gemachte Trüffel in einem kobaltblauen Porzellankörbchen – eine kleine Nascherei darf auch sein.

Schließlich gehe ich in den Garten, um Rosenblätter zu sammeln und Rosen und Hortensien zu schneiden. Zurück in der Wohnung drapiere ich Hortensien- und Rosenblüten in Schalen, streue Rosenblüten auf den Tisch. Doch nicht zu viele, denn es soll ja noch Platz für die mitgebrachten Speisen bleiben.

Und dann klingelt es auch schon. Judith und Martha stehen vor der Tür. Judith balanciert auf einem Teller eine Rotkäppchen-Torte und Martha streckt mir eine Platte mit einer veganen Paprika-Quiche entgegen. Beides strahlt in den schönsten Rottönen. Genauso, wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe.

Und so sitzen wir am Tisch, genießen die selbstgemachten Speisen, prosten uns zu und tauschen uns über das Bloggen aus. Mal erzählt Martha von ihren Erfahrungen, mal gibt Judith eine Anekdote zum Besten. So sind wir zusammen und freuen uns darüber, dass wir gemeinsam dieses Sommergenuss-Fest verbringen.

Marthas bunte Küchenabenteuer

Und dann endlich frage ich Martha, was denn das Geheimnis von ihrer wunderbar leckeren Quiche wohl ist. Die würde ich auch gerne einmal backen. Vielleicht hat sie auch noch den oder anderen Tipp für mich, was es bei ihrem Rezept zu beachten gibt.

Ein Stück vegane Paprikaquiche liegt auf einem weißen Teller
Bild: Martha Lange – Bunte-Kuechenabenteuer.de

Sie verrät mir, dass es bei einer veganen Quiche sehr wichtig ist, Geduld zu haben. Denn die Quiche muss vor dem Anschneiden vollkommen abgekühlt sein, sonst zerläuft sie. Das ist ihr schon mehrmals passiert, sagt sie. Aber sie kann es eben nicht abwarten, die Quiche anzuschneiden.

Übrigens, Martha bloggt genau wie ich seit fünf Jahren. Sie hat damit in einer depressiven Episode begonnen, um eine Struktur in ihr Leben zu bekommen. Hier haben wir ein bisschen gemeinsam. Ansonsten sind ihre Rezepte absolut authentisch. Darüber sagt sie:

Abgelichtet wird das Essen dann direkt auf dem Esstisch ohne irgendeine Art von SetUp drum herum. Ich zeige euch die Gerichte so, wie ich sie für mich anrichte und wie ich sie dann auch verspeise.

https://www.bunte-kuechenabenteuer.de/p/wer-schreibt-hier.html


Judiths Küchenglück und kulinarische Streifzüge

Judith kenne ich schon lange. Doch gefragt, wie lange sie schon backt und warum sie so gerne backt, habe ich sie bisher noch nie. Judiths Antwort ist denkbar einfach: Backen ist ihr Yoga. Nach einem Tag in der Küche ist Judith total tiefenentspannt und glücklich. Das teile ich mit Judith: Keksebacken ist mein Mantra.

Ein Rotkäppchen-Kuchen mit Johannisbeeren mit Beeren und weißer Schokolade verziert.
Bild: Judith Marnet – Naschkatze.me

Dann will ich noch wissen, wie sie auf die geniale Idee mit dem Rotkäppchen-Kuchen gekommen ist. Ach, meinte sie, das wollte sie schon lange mal ausprobieren. Der Kuchen ist ja nichts anderes als eine abgewandelte „Donauwelle“, die mit einer Quark-Sahne-Mischung gefüllt wird. Ich finde, hier stellt Judith ihr Licht unter den Scheffel. Dieser Kuchen ist bombastisch – und so schön rot.

Judith und ich haben bereits im letzten Jahr Rezepte getauscht. Ich habe ihr Rezept für Zimtschnecken nachgebacken. Und Sie hat sich damit revanchiert, dass sie mein Rezept für Masarinen mit Erdbeeren ausprobiert hat.

Bei Judith dreht sich wirklich alles um Rezepte jeglicher Art. Nebenberuflich übersetzt sie Koch- und Backbücher aus dem Italienischen, Französischen und Englischen. Und zwar mit großer Freude.

Mein Marmeladenbrot

Schließlich fragen sie mich, weshalb ich Marmelade und Brot gedeckt habe. Dabei sehen mich beide gespannt an. Und dann erkläre ich ihnen, dass dies meine Würdigung an die kürzlich verstorbene Queen ist. Als ich die Queen erwähne, wird es für einen Moment ganz still.

Ich erzähle, dass Ihre Majestät Königin Elisabeth II. Paddington anlässlich ihres 70. Thronjubiläums zum Tee geladen hatte. Auf die Frage, ob er einen Tee möge, greift er sich kurzerhand die Kanne und trinkt direkt daraus. Ein wenig konsterniert schaut die Queen zu.

Irgendwann bemerkt der Bär seinen faux pas, schenkt schnell der Queen noch ein paar Tröpfchen ein und hätte dabei fast Teekanne fallen gelassen. Das ist alles gar nicht so schlimm, beteuert die Queen.

Um seinen Fehler wieder gut zu machen, lüftet Paddington seinen Hut und holt ein Marmeladen-Sandwich darunter hervor, um es der Queen anzubieten. Diese pflichtet ihm bei, öffnet ihrerseits die immer präsente Handtasche und holt ebenfalls ein Marmeladenbrot hervor.

Ein mit Blumen verzierter Teller mit einem Marmeladenbrot und einer Gabel.

Während ich diese kleine Geschichte erzähle, beginnt erst Judith zu schmunzeln und schließlich Martha. Kaum dass ich geendet hatte, lachen beide aus vollem Herzen. So do I.

Fröhlich neigt sich der Abend zu Ende. Mit einer herzlichen Umarmung verabschieden wir uns von einander und versichern uns, dass wir das demnächst einmal wiederholen werden.

Darauf freue ich mich schon jetzt!

Die roten Rezeptkreationen von Judith und Martha aber solltest du unbedingt bald ausprobieren. Ich wünsche dir gutes Gelingen und viel Freude dabei.

Inga Landwehr,
die Jahreszeitenköchin

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Hinter dem Kulissen

Die Begegnung zwischen Judith, Martha und mir hat nicht stattgefunden. Leider.

Anlässlich meines fünften Bloggergeburtstags habe ich zu einer Blogparade „Sommergenuss in Rot“ aufgerufen. Daran haben sich nur zwei Blogger-Kolleginnen beteiligt: Bunte Küchenabenteuer und Naschkatze.

Um die eingereichten Rezepte nett vorzustellen, habe ich mir kurzerhand eine Begegnung ausgedacht. Den Tisch für unsere kleine Abendgesellschaft habe ich aber tatsächlich sorgfältig gedeckt. Das war somit der größte Aufbau, den ich bisher für meinen Blog gemacht habe.

Allein der Aufbau hat zwei Stunden in Anspruch genommen. Nach weiteren vier Stunden waren die Fotos gemacht und mussten danach noch nachbearbeitet werden. Trotz allem hatte ich viel Spaß dabei, den Tisch zu arrangieren.

Dafür habe ich alles das aufgedeckt, was ich in den letzten Jahren zusammengesammelt habe. Einiges davon habe ich vor Jahrzehnten geerbt, anderes gekauft oder über Tauschticket* bekommen. Mit dabei sind Gedecke von „Royal Albert“ (Moss Rose), „Royal Kent“ und „Royal Vale“.

Quellen


Portrait von Inga landwehr

Inga Landwehr kocht und backt seit 40 Jahren vegetarisch und vegan. Die Zutaten sind immer frisch, meistens bio und oft regional. Ihre besten Kochrezepte schreibt sie hier auf. Dabei achtet die zertifizierte Ernährungsberaterin auf gesunde Nahrung. Außerdem hat sie ein Faible für schöne Kochbücher und kulinarische Belletristik. Ach ja, Inga trinkt Tee.


6 Kommentare

  1. 5 stars
    Liebe Inga, was für ein wunderschönes Fest wir virtuell bei dir verbringen durften! Ich freue mich wahnsinnig, du hast dir unfassbar viel Mühe gegeben und etwas ganz Besonderes daraus gemacht! Es war mir eine große Freude – vielleicht machen wir so was ja irgendwann tatsächlich mal in echt. =) Herzliche Grüße aus Freiburg, Judith Naschkatze

  2. 5 stars
    Hallo Inga,
    das ist so schön geschrieben und die ganze Mühe, die du da hinein gesteckt hast.
    Vielen Dank für die Vorstellung.
    Ich hoffe aber, trotzdem dass nun beim Event nur Judith und ich mitgemacht haben, dass du es irgendwann wieder versuchst.

    Liebe Grüße
    Martha

    • Danke, liebe Martha,

      für deine lieben Worte und deine Anerkennung. Ich hatte wirklich viel Spaß bei der Erstellung des Beitrags.
      Ob ich das noch mal mache? Kann ich denn jetzt noch nein sagen? Mal schauen, wann ich wieder Lust auf ein „Fest“ habe.

      Herzlichst,
      Inga

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