Mousse au Chocolat

Schokoladen-Liebhaber kennen und schätzen eine gute Mousse au Chocolat. Diese selber zu machen ist gar nicht so schwer. Dieses Rezept ist alltagstauglich, proteinreich und ohne zusätzlichen Zucker – zum Dahinschmelzen.

Schokolade. Allein dieses Wort klingt so verführerisch, dass sie sich jede Silbe auf der Zunge einzeln zergehen lässt: Scho – ko – la – de. Ein Wort zum Dahinschmelzen. Da verspricht jede Silbe einen Genuss erster Güte. Denn Schokolade ist mehr als nur eine Süßigkeit. Es ist Leidenschaft, ja sogar eine Art Lebenselixier für Anna.

Doch nicht immer spricht sie das Wort für diese Köstlichkeit wie „Schokolade“ aus. Wenn sie Nugatschokolade isst, dann denkt sie an Sonne, Sand und Meer. Und deshalb verwendet sie dafür „Cioccolato“. Denn für Nugatschokolade schmilzt sie genauso dahin wie ein Stück von dieser köstlichen Schokolade, perdono Cioccolato, in der Sonne. Bei einer Schokolade, die mit einem Hauch von Meersalz daherkommt, verwendet sie hingegen das finnische „Sjokolade“. Das klingt ein Bisschen so, als würden die Salzkörner langsam aus der zartschmelzenden Schokolade hervorkommen. Auch Krokantschokolade nennt sie Sjokolade.

Auf einem silbernen Teller steht ein Glas mit Mousse au Chocolat. Daneben liegen ein kleiner Löffel und ein Stück Zartbitterschokolade

Fällt ihre Wahl aber auf Zartbitterschokolade, dann kommt nur das französische „Chocolat“ in Frage. Das Wort klingt ein wenig herb, aber auch cremig, so wie es eine gute Mouse au Chocolat sein soll. Denn das ist schon seit vielen Jahren Annas bevorzugtes Dessert.

Die perfekte Mousse au Chocolat

In einigen Restaurants hat sie bereits Mousse au Chocolat probiert. Die Geschmackspalette reichte dabei von schokoladig bis sahnig und von herb bis süß. Doch keine Kreation hatte das perfekte Gleichgewicht zwischen Luftigkeit und Geschmack. Zugegeben, einige Schokoladendesserts waren ganz gut, andere akzeptabel, aber so wie Anna die Schokoladen-Mousse am liebsten isst, war bisher keine. Am schlimmsten aber war es, als ihr ein schnöder Schokoladenpudding vorgesetzt wurde. Das war so ungeheuerlich, dass sie darüber eine schlechte Bewertung in Internet geschrieben hat. Seitdem fragt Anna immer vor der Bestellung, ob die angepriesene Mousse au Chocolat auch wirklich eine Schokoladen-Mousse ist.

Dennoch ist Anna in der Auswahl der Schokoladensorte nur selten wählerisch. Hauptsache ist, dass es Schokolade ist. So lautet ihr Motto. An stressigen Tagen im Büro geht der Griff schnell mal zur Vollmilch-Schokolade. Da ist viel Zucker drin. Das beruhigt die Nerven, gibt Energie, aber es lässt auch den Zeiger der Waage bedenklich nach oben schnellen. Das gesteht sie sich nur ungern ein. Dieser Aspekt des Schokoladengenusses gefällt ihr nämlich ganz und gar nicht. Bedeutet es doch, dass sie sich eine Zeit lang in Verzicht üben muss oder wochenlang um den See im Stadtpark läuft. Beides stellt nicht im Mindesten eine so große Verlockung dar wie ein Stück Schokolade. Seis drum, in den letzten Wochen hatte sie eindeutig zu viel Stress. Deshalb zieht Anna wieder einmal die Sportschuhe an.

Auf einem Glas liegt ein Löffel mit Mousse au Chocolat

Bei der ersten Runde um den See überlegt sie, dass sie sich zur Belohnung für diese Tortur eine Tasse heiße Schokolade gönnen könnte. Konjunktiv! Könnte sie auch lassen. Was sicher besser wäre. Also trabt sie weiter. Nach der fünften Runde ist die Tasse Schokolade zu einer ganzen Kanne geworden. Mit Sahne. Viel Schlagsahne natürlich. „Anna, so geht es nicht weiter“, sagt sie zu sich selber und läuft weitere Runden. Puh, Runde zehn ist geschafft und damit zeigt ihr Schrittzähler fast 3000 Schritte. Das sind immerhin zwei Kilometer. Für heute reichts, beschließt Anna voller Genugtuung. Morgen wird sie ein paar Runden mehr laufen.

Auf dem Weg nach Hause kommt sie an dem Schokoladengeschäft vorbei, in dem sie besonders gerne Zeit verbringt. Obwohl es schon nach sieben ist, brennt noch Licht in dem kleinen Geschäft. Anna wundert sich und schaut genauer hin. Im Hintergrund sieht sie Thomas geschäftig hin- und herlaufen. Dann wendet sich seine Aufmerksamkeit eine großen blank polierten Kupferschüssel zu. Schnell rührt er darin mit einem Schneebesen. Doch was es ist, kann Anna nicht erkennen. Irgendetwas mit Schokolade. Da ist sie sich sicher. Wie gut, dass morgen Samstag ist, da wird sie Thomas gleich morgens fragen können.

Was Thomas an diesem Abend so eifrig gerührt hat, liest du nach dem Rezept ↓

Rezept: Mousse au Chocolat


  Ein Jahreszeitenrezept von Inga Landwehr
Menge 8 Portionen
Küche französisch
Gericht Dessert
Besonderes proteinreich, zuckerreduziert
Zubereitungszeit 25 Minuten
Kühlzeit 4 Stunden
Gesamtzeit 4 Stunden 25 Minuten

Zutaten

für 8 Portionen

  • 200 g Zartbitterschokolade (Kakaoanteil mind. 70 %)
  • 200 ml Sojamilch
  • 100 g Erdnussmus
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

Zubereitungszeit: 25 Minuten
Kühlzeit: mindestens 4 Stunden

  1. Schokolade in Stücke brechen und zusammen mit Sojamilch und Ernussmus in einen Topf geben. Auf kleiner Flamme oder im Wasserbad schmelzen. Zwischendurch umrühren und aufpassen, dass die Schokolade nicht anbrennt.
  2. Eier trennen. Eiweiß mit etwas Salz steif schlagen.
  3. Geschmolzene Schokolade mit dem Eigelb vermengen.
  4. Eischnee unter die Schokoladenmasse heben und zu einer glatten Mousse verrühren.
  5. Schokoladen-Mousse in Portionsgläser füllen und ein paar Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
In einem Glas mit Mousse au Chocolat steckt ein Stück Zartbitterschokolade

Nährwertangaben

Jede Portion enthält

  • 10,3 g Kohlenhydrate, davon
    • 8,5 g Zucker
  • 7,8 g Eiweiß
  • 3,3 g Ballaststoffe
  • 20,1 g Fett

Das Glukose-Fruktose-Verhältnis beträgt 7,26 : 1.

Meine Tipps

  1. Ich bereite die Mousse au Chocolat immer am Abend zu und lasse sie über Nacht fest werden. Eine Stunde vor dem Genuss sollte die Schokoladen-Mousse allerdings aus dem Kühlschrank genommen werden.
  2. Anstatt Sojamilch kannst du auch eine andere Pflanzenmilch nehmen. Allerdings ist die Mousse au Chocolat dann weniger proteinreich.
  3. Erdnussmus kannst auch durch ein anderes Nussmus ersetzen. Mandelmuss mag ich in dieser Kombination besonders gerne, auch wenn die Mousse dadurch weniger Proteine enthält.

Fortsetzung der Geschichte

Am nächsten Morgen betritt sie Thomas Schokoladenparadies gleich nachdem er die Tür aufgeschlossen hat. Sofort fragt sie ihn gerade heraus, ob es etwas Neues gibt. Thomas strahlt seine Lieblingskundin an und bejaht die Frage. Lange hätte er an dem perfekten Rezept für eine Mousse au Chocolat getüftelt. Ob sie wohl mal probieren möchte?

„Was für eine Frage!“, ruft Anna spontan, um gleich im nächsten Moment reumütig an zusätzliche Laufrunden um den See zu denken.
Thomas stellt einem kleinen silbernen Teller, auf dem ein Glas mit Mousse au Chocolat steht, vor Anna auf den Tresen.

Anna nimmt das Glas in eine Hand und zieht genussvoll den intensiven Schokoladenduft ein. Köstlich! Dann taucht sie den kleinen silbernen Löffel in die cremige Schokoladen-Mousse. Ein leises Knistern ist dabei zu hören. Und dann schaut sie auf die Mousse. Oh, wie cremig und luftig die aussieht. In Erwartung einer kulinarischen Offenbarung führt sie den Löffel zum Mund und lässt diesen zwischen ihren Lippen hineingleiten. Sofort verteilt sich die cremige Mousse in ihren Mund. Voller Genuss schließt sie die Augen. Anna ist im Zustand purer Glückseligkeit.

In einem Glas mit Mousse au Chocolat steckt ein Stück Zartbitterschokolade

„Ist die gut?“ Thomas Frage holt Anna zurück auf die Erde.
Verwirrt öffnet sie die Augen und schüttelt den Kopf. Als sie Thomas enttäuschtes Gesicht sieht, lacht sie von ganzem Herzen.
„Thomas, es ist traumhaft. Ach, was sage ich, diese Mousse au Chocolat ist nicht von dieser Welt. Einfach perfekt.“

Voller Erleichterung lacht Thomas seine Lieblingskundin an und verspricht ihr, diese herrliche Mousse au Chocolat bald in sein Sortiment aufzunehmen. Ein Glas aber packt er noch für Anna ein. Und Anna muss sich auch nicht lange bitten lassen, dieses Geschenk anzunehmen. Zusammen mit einigen Tafeln hochwertiger Schokolade und Trüffeln trägt sie ihre neu erworbenen Köstlichkeiten nach Haus. Das Wochenende wird himmlisch werden.

Guten Appetit wünscht
Inga,
die Jahreszeitenköchin

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Hinter den Kulissen

Seit einigen Monaten beschäftige ich mich mit dem Thema Anti-Krebs-Ernährung. Dass dunkle Schokolade dazu gehört, beglückt das Herz. Und damit hat die Mousse au Chocolat einen festen Platz nach dem Abendessen eingenommen.

Tatsächlich habe ich an dem Rezept ziemlich lange getüftelt, bis es so war, wie ich es mir vorgestellt habe. Zuerst waren es nur Eier und Schokolade. Da war die Mousse zu fest. Egal, wie viele Stunden ich sie vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank genommen hatte.

Aufgrund eines ausgeprägten Proteinmangels habe ich schließlich dieses Rezept entwickelt. Durch Sojamilch und Erdnussmus habe ich meine Mousse au Chocolat um weitere 4 g Eiweiß angereichert.

Allerdings ist diese Mousse auch sehr fetthaltig und damit nur bedingt für Menschen geeignet, die unbedingt ein paar Kilo abnehmen wollen. Stattdessen aber enthält die Mousse keinen zusätzlich Zucker. Dadurch schmeckt sie intensiv nach Schokolade und ein wenig herb.

Je mehr Kakaoanteil die verwendete Schokolade enthält, desto weniger Zucker enthält die Schokoladen-Mousse. Allerdings steigt mir zunehmenden Kakaoanteil auch Fettgehalt und Proteinanteil.

Quellen

  • eigenes Rezept
  • eigenes Wissen
  • eigene Erfahrungen
Inga Landwehr
Inga Landwehr

kocht und backt seit 40 Jahren vegetarisch und vegan. Die Zutaten sind immer frisch, meistens bio und oft regional. Ihre besten Kochrezepte schreibt sie hier auf. Dabei achtet die zertifizierte Ernährungsberaterin auf gesunde Nahrung. Außerdem hat sie ein Faible für schöne Kochbücher und kulinarische Belletristik. Unterstütze mich!

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